Kulturbetrieb Arnstadt

Das Schlossmuseum - Geschichte

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Mit dem Schlossmuseum zu Arnstadt verbindet sich vor allem der Name einer einzigartigen Puppensammlung: "Mon plaisir". Jedes Jahr finden Tausende von Besuchern den Weg in die Ausstellungsräume dieses Museums mit der Absicht, das nachzuvollziehen, was mit der Entstehung dieser Sammlung angestrebt wurde: das Vermitteln eines detailgetreuen Abbildes einer kleinen deutschen Residenzstadt der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Gleichzeitig gilt das "Mon plaisir" mit seinen 82 Szenen und insgesamt 391 Figuren als weltweit größte und umfangreichste Sammlung seiner Art. 1930 fand es - nach wechselvoller Geschichte - in den Räumen des ehemals Fürstlichen Palais zu Arnstadt, dem heutigen Schlossmuseum, sein endgültiges Domizil und ist dort seit Mai 1931 der Öffentlichkeit zugänglich.

Zur Geschichte:

Das ehemals Fürstliche Palais, ein schlichtes barockes Stadtschloss in zentraler Lage der Stadt am Schlossplatz gelegen, wurde von 1729-1734 im Auftrage des Fürsten Günther I. von Schwarzburg-Sondershausen erbaut. Baumeister dieses ursprünglich als Wittumspalais für die Gemahlin Günthers, Elisabeth Albertine, errichteten Gebäudes ist der Architekt Johann Heinrich Hoffmann, Landbaumeister von Anhalt-Bernburg und von 1731/32 bis 1733/34 auch für Schwarzburg-Sondershausen.

Bereits zu Lebzeiten des Fürstenpaares diente das Arnstädter Palais der Bewahrung der fürstlichen Kunstsammlungen, welche noch immer den Grundstock des Arnstädter Museumsbestandes bilden. Dabei ist insbesondere die Porzellansammlung Fürst Günthers I. erwähnenswert, deren größter Teil bis zum heutigen Tage in einem Porzellan- und Spiegelkabinett an originalem Platze zu bewundern ist.

Insgesamt ca. 1000 chinesische und japanische Porzellane, überwiegend aus der Zeit um 1700, werden hier auf insgesamt 763 blattähnlichen Konsolen präsentiert. Ergänzend sind in der übrigen Ausstellung Meißener Porzellane (1. Hälfte 18. Jh.), die ebenfalls auf Fürst Günther I. sammelte, zu besichtigen.

Der zum Bauensemble gehörende, sich westlich anschließende Marstall beherbergt darüber hinaus ein Lapidarium (Grabmale des 18. Jahrhunderts, Architekturteile der Ruine Neideck, 16. Jh.) sowie eine Sammlung historischer Feuerlöschhanddruckspritzen, die zur Zeit aufgrund von Bautätigkeit geschlossen ist.